Wie oft hatte ich schon Lust und den Drang etwas anzufangen – etwas Neues zu wagen. In unbekannte Regionen vorzustoßen. Voller Enthusiasmus, Tatendrang und Freude – und dann? Am Ende? Da hänge ich dann wie ein Sack Muscheln, völlig fertig, ausgelaugt, müde und desillusioniert irgendwo in einer Ecke – oder auf dem Sofa.

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Nun – mir ist das Vorhaben, die Aufgabe so wichtig, dass ich sie unbedingt machen will. Und zwar richtig. Perfekt. Ohne Fehler. Ich zermartere mir das Hirn, mache ich es so oder so oder doch ganz anders? Ich schiebe auf, ich zweifle an mir, ich hadere, ich schaue, recherchiere wie andere das machen, verwerfe meine Ideen – die sind ja sowieso doof – fange wieder von vorne an. Entweder schaffe ich es dann irgendwie ein Ergebnis zu erreichen, oder ich kapituliere.

Der Grund: P.E.R.F.E.K.T.I.O.N.I.S.M.U.S.

oder

Die Angst, nicht perfekt zu sein

Du erkennst dich wieder? Gut. Denn glaube mir, wir zwei sind da nicht alleine 😉 Deshalb möchte ich mit dir diesem Perfektionismus mal auf die Spur kommen und was dieses “Ding” mit uns macht. Denn dann werden wir auch Mittel und Wege finden, dass es sich uns nicht mehr (so oft) in den Weg stellt.

Du kennst das bestimmt – Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Perfektionismus ist ein Arschloch

Upps – sie hat “Arschloch” geschrieben. Darf sie das? 😉

Warum meinen wir etwas perfekt machen zu müssen? Etwas zu perfektionieren? Weil uns etwas so wichtig ist oder etwas so sehr lieben? Weil wir uns für etwas anstrengen müssen und nur unser Bestes gut genug ist?

Nein. So ist das nicht. Es gibt einen Unterschied zwischen nach etwas Streben und Perfektionismus. Wenn ich nach etwas strebe, dann ist es etwas, was auf mich selbst fokussiert ist: was bringt mich weiter? Was lässt mich wachsen?

Perfektionismus ist auf andere fokussiert: was werden sie denken? Wird es ihnen gefallen?

Erkennst du es? Es ist nicht die Liebe zu einer Sache, sondern die Angst, etwas falsch zu machen. Vielleicht sogar selber “falsch” zu sein, nicht “gut genug” zu sein oder nicht zu genügen.

  • Die Angst, es ist nicht perfekt.
  • Angst, wie ich dann vor “den anderen dastehe”.
  • Angst, was werden “die anderen” von dem fehlerhaften Ergebnis halten.
  • Angst davor, andere aber auch mich selbst zu enttäuschen, weil ich mal wieder etwas nicht perfekt gemacht habe.
  • Die Angst vor dem Scheitern – und vor dem Erfolg.

Woher aber kommt diese Angst Fehler zu machen?

Manchmal ist die Angst so groß, dass man erst gar nicht anfängt. Getreu dem Motto: Wenn ich Nichts mache, kann ich auch nichts falsch machen.
Auf meiner Suche, was Perfektionismus ist und was es mit uns macht, bin ich über Steven Pressfield gestolpert. Der Autor von “War of Art” (Krieg der Kunst), definiert Perfektionismus als eine Ausdrucksform von Widerstand – einer universellen Kraft, die immer dann in Erscheinung tritt, wenn wir etwas Wichtiges vorhaben. Sei es abzunehmen, etwas Neues zu lernen, ein neues Bild zu malen oder ein Unternehmen zu gründen:

Widerstand kann nicht gesehen werden, berührt, gehört oder gerochen. Aber er kann gefühlt werden. Wir erfahren ihn als eine Energie, die von einer unerledigten Aufgabe ausgeht. Widerstand ist eine abstoßende, zurückweisende Macht. Er ist negativ. Sein Ziel: uns wegschieben, uns ablenken, uns vom Arbeiten abhalten.

Widerstand redet Scheiße, er lügt -immer.

Und wir liegen falsch, wenn wir meinen, dass er nur uns betrifft. Jeder Mensch kennt ihn. Doch der Widerstand will nicht dich persönlich drankriegen. Er kennt dich nicht und ihm ist es egal, wer du bist. Er ist eine objektive Naturgewalt, ein Gesetz.

Ich gebe zu, das hat schon etwas sehr spirituelles und ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Auch habe ich keine Ahnung, ob es diese Kraft wirklich gibt. Es interessiert mich auch nicht weiter. Aber mir hilft die Vorstellung, dass nicht ich mich ausbremse und sabotiere, sondern einer Kraft gegenüber stehe, die mich am Wachsen hindern will. Das dies einfach nur eine Kraft ist, die zu unserem Universum gehört, wie Licht und Schatten, Erde und Mond, Konfetti, Glitzer und Einhörner.

Gefahren des Perfektionismus

Perfektionismus ist ein Arschloch

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Fehler machen ist menschlich – diesen Satz rezitieren wir doch selber immer wieder gerne – besonders, wenn jemand anderes etwas “nicht richtig” gemacht hat. Und bei uns selbst? Da ist es, als würde die Welt untergehen.

Perfektionismus – er gehört zu unserem Leben. Schon sehr früh ist er in unser Leben getreten. Mit Bestrafung, Ermahnung, Tadel, ausrutschenden Händen, verletzenden Worten, schlechten Noten, Liebesentzug. Diese negativen Gefühle haben wir so verinnerlicht, dass wir bemüht sind keine Fehler zu machen. Denn Fehler sind böse. Fehler werden bestraft. Wer Fehler macht, wird nicht geliebt – von den Eltern, den Lehrern, den Kollegen, den Vorgesetzten, dem Partner.

Pressfield schreibt z. B., dass jeder zwei Leben hat; das Leben, das wir gerade leben und das ungelebte Leben in uns, unsere Träume. Der Widerstand ist es, der uns zurückhält, uns im Schatten unserer Träume leben lässt. Eben mit der Waffe des Perfektionismus, der zwischen uns und unseren Träumen steht.

Angst hemmt Kreativität

Perfektionismus begünstigt Studien zufolge auch das genaue Gegenteil: Workaholismus. Die Sucht über seine Grenzen hinaus zu arbeiten. In dem Glauben, immer mehr Geben, immer mehr Leisten zu müssen. Bis zum Stress, Krankheit, Burn Out oder schlimmstenfalls dem Tod.
Kritik wird umso persönlicher und verletzender empfunden, je perfektionistischer wir sind. Denn wir legen es gerne als: “Ich bin nicht gut genug!” aus. Voltaire bringt es in einem Satz perfekt auf den Punkt:

“Das Bessere ist der Feind des Guten”!

Das Bessere (Perfekte) ist der Feind – guter Arbeit.
Das Bessere (Perfekte) ist der Feind – von einem guten und erfüllten Leben.

Die Angst – sie ist weder ein guter Berater noch ein Motivator. Sie treibt uns nicht an, sondern lässt uns innehalten, erstarren und aufschieben.

Raus aus dem Perfektion-Modus

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Wichtig ist, dass du dich auf den Prozess des Schaffens konzentrierst. Nicht auf das “perfekte” Ergebnis. Genieße die Freude beim Schaffen. Die Kreativität gibt deinem Leben Fülle, Freude und Leidenschaft. Sie ist ein immer währender Prozess, in dem du dich entwickelst, deine Persönlichkeit und dein Selbstvertrauen in dem Maße wächst, wie deine Werke immer besser werden. Damit es dir in Zukunft leichter fällt, dich nicht mehr (so oft) im Perfektion-Modus zu verlieren, habe ich für dich 10 Tipps zusammengestellt.

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Für jetzt und in Zukunft gilt: Fehlt dir etwas? Dann lass es mich wissen! Denn ich möchte diesen Ort zusammen mit dir und allen anderen Lesern wachsen lassen.