Das es hier um Programme von Affinity und dabei vornehmlich Affinity Designer geht, hast du vielleicht schon gelesen. Falls nicht – nun, jetzt weißt du es 😉 Um es gleich vorweg zu nehmen – ich habe mit der Firma in keinster Weise etwas zu tun und bekomme auch keine Provision oder vergleichbares. Mehr dazu kannst du auch hier nachlesen. Ich bin einfach nur von den Programmen und der Firmenpolitik begeistert. Warum? Das werde ich dir in diesem Artikel erzählen. Auch werde ich einen Exkurs zu Vektorgrafiken im Allgemeinen, ihren Vorteilen und Einsatzmöglichkeiten und den Unterschied zu Pixelgrafiken geben.

Warum Affinity Designer?

Als sich die Idee bei mir einnistete, Tutorials zu digitalen Programmen zu machen, hatte ich eigentlich die Programme des Platzhirschen Adobe auf dem Plan. Klar – Illustrator und Photoshop kennt ja jeder, der sich für digitales Gestalten interessiert. Und die meisten wissen auch, dass diese Programme doch recht kostspielig sind – so auf Dauer. Denn es gibt sie ausschließlich nur noch als Abomodell. Entweder einmalig eine große Summe für ein Jahr bezahlen oder Monat für Monat – solange man diese Programme nutzen will – bezahlen.

Da kann mit der Zeit ganz schön was zusammen kommen. Zugegeben – die Programme können auch viel. Sehr viel. Und sind entsprechend der Funktionsvielfalt auch mit vielen Features und Werkzeugen be- und überladen. Gerade Photoshop. Dieses Programm ist fast so etwas, wie eine eierlegende Wollmichsau. Designer, Künstler, Agenturen, Fotografen benutzen es für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete:

  • Fotobearbeitung
  • kreative Bildbearbeitung
  • Werbebilder
  • Composings
  • Matte Paintings
  • Visuals
  • Corporate Design
  • Digital Painting

Um nur mal ein paar zu nennen.

Affinity, aus der Softwareschmiede Serif, arbeitet aber sehr daran, dem Platzhirschen den Rang abzulaufen. Und das nicht nur beim Preis. Auch was Funktionsvielfalt und Qualität angeht, braucht sich Affinity nicht zu verstecken. Viele Tastaturkürzel, Werkzeuge und Funktionen, die man schon von Adobe kennt, finden sich auch in Affinity wieder.

Aber Affinity ist nicht einfach nur ein Klon von Adobe. Es gibt viele innovative Funktionen, die man so noch gar nicht kannte. Andererseits gibt es auch das ein oder andere, was man (noch) vermisst. Z. B. das automatische Nachzeichnen oder Vektorisieren in Illustrator.

Adobe kann eine Bitmap – also ein Pixelbild – mit der Funktion “Nachzeichnen” automatisch in eine Vektorgrafik umwandeln. Die Funktion “Nachzeichner” hat noch verschiedene Einstellmöglichkeiten, so dass man recht schnell zu einem recht guten Ergebnis kommen kann. Natürlich abhängig vom Ausgangsbild. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

So eine Funktion sucht man bei Affinity Designer (noch) vergebens. Dafür ist das manuelle Nachzeichnen mit dem Bleistift, mit dem Stabilisator und dem Seilmodus richtig seidenweich. Auch die Farbverläufe in Affinity Designer sind einfach nur der Knaller!

In Affinity Designer soll diese Möglichkeit mit dem automatischen Vektorisieren wohl in einer späteren Version integriert werden. Bis dahin muss man sich entweder mit einer “Zwischenlösung” zufrieden geben oder das Pixelbild manuell nach malen.

Die Zwischenlösung könnte z. B. so aussehen, dass man sein Pixelbild in dem kostenlosen Programm InkScape vektorisieren lässt und das Ergebnis dann in Affinity Designer weiter bearbeitet.

Das Nachmalen geht mit dem Werkzeug “Bleistift” richtig gut. Auch wenn man kein Grafiktablett hat. Man stellt sich den Seilmodus ein, und zieht dann quasi den Strich wie an einer Leine hinter sich her. Die Länge der “Leine” lässt sich anpassen und so kann man die Konturen, die man zeichnen möchte, schon sehr präzise nachfahren. Stellt man zusätzlich noch den Stabilisator an, werden kleinere “Zitterlinien” und Ausrutscher automatisch geglättet, was die Zeit der Nachbearbeitung auch sehr reduziert.

Exkurs 1: Unterschied zwischen Pixeln und Vektoren

Rastergrafik, das einen Vogel zeigtPixelgrafiken bestehen aus einzelnen Bildpunkten, die in einem Raster angeordnet sind. Deshalb nennt man sie auch Rastergrafik oder Bitmap. Jedem Pixel ist ein Farbwert zugeordnet. Die Größe einer Pixelgrafik definiert sich aus aus der Anzahl der Pixeln in der Höhe und Breite sowie durch den Umfang der darstellbaren Farben.

Pixelgrafiken werden besonders bei Fotografien und komplexe Farbverläufe eingesetzt. Ein großer Nachteil besteht jedoch in der Verschlechterung der Qualität bei Vergrößerungen. Denn es werden bei der Vergrößerung ja keine Pixel hinzugefügt, sondern es wird lediglich das vorhandene Raster, in denen die einzelnen Bildpunkte eingesetzt sind, vergrößert. Deshalb entsteht der sogenannte “Treppeneffekt” – auch bekannt als “Artefakte”. Dieser Effekt lässt das Foto oder Bild pixelig oder unscharf wirken.

Ein weiterer Nachteil ist das Bildformat – meistens ein JPG oder JPEG. Bei diesem Dateiformat wird eine verlustbehaftete Kompression eingesetzt, welche die Bildqualität noch weiter mindern kann. Weitere Dateiendungen an denen du Pixelbilder erkennst, sind:

  • BMP
  • TIFF
  • GIF
  • PNG
  • PSD
  • AFPHOTO

Vektoren bestehen aus mathematischen Funktionen. Punkte, Linien und Kurven werden mittels mathematischer Formeln errechnet. Farben und Formen werden auf mathematisch definierte Bereich angewendet und können anhand der dargestellten Objekte schnell und einfach verändert werden. Und da unser Computer zum Rechnen gemacht ist, kann er das rasend schnell und heraus kommen dabei recht kleine Dateien. Im Verhältnis zu Pixelbilder.

Exkurs 2: Einsatzmöglichkeiten für Vektorgrafiken

Eine Vogelillustration mit Affinity Designer erstellt.

Vektorgrafiken finden meistens als Logos, Schriften, Infografiken und Icons Verwendung. Das am meisten verwendete Programm im Profibereich ist zweifellos Adobe Illustrator. Im Semi-Profi- und Hobbybereich sind u. a. Corel Draw (kostenpflichtig) und InkScape (Open Source und kostenlos) verbreitet.Vektorgrafiken erkennst du an folgenden Dateiendungen:

  • AI
  • EPS
  • PDF
  • SVG
  • AFDESIGN

Exkurs 3: Vorteile von Vektorgrafiken

Frei skalierbar: Durch das Wunder der Mathematik können Vektor-Dateien nach oben oder unten, so viel wie ihr wollt, skaliert werden, ohne dass die Bildqualität leidet. Während bei der Vergrößerung eines Rasterbildes die Farben der fehlenden Pixel „hinzu geraten“ werden müssen, verwendet ein Vektor-Bild einfach die ursprüngliche mathematische Gleichung, um jedes Mal die gewünschte Form neu zu berechnen.

Kleine Dateigröße: Um einen Vektor zu berechnen benötigt man lediglich den Start- und Endpunkt. Für einfache Grafiken, wie geometrische Formen oder Typografie, bedeutet dies eine viel kleinere Dateigröße und schnellere Verarbeitung.

Bearbeitbarkeit: Im Gegensatz zu den üblichen Bildformaten, wie JPG, PNG und TIF sind vektorbasierte Dateien nicht auf eine Ebene reduziert, wenn man sie in einem Bearbeitungsprogramm öffnet. Man kann ohne Probleme die Farben und Eigenschaften der einzelnen Elemente editieren und in weitere Projekte kopieren.

Deine Heike - Kreativ mit Affinity